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Staufen: Staufen gab sich total historisch

Mit bunterm historischem Treiben in seine lange Geschichte eingetaucht ist am vergangenen Wochenende der Syrgensteiner Ortsteil Staufen, der sein 850-jähriges Ortsjubiläum mit unzuähligen Besuchern aus nach und fern feiert ...

DZ-Bericht vom 5. Juni 1999

Syrgensteiner Ortsteil feiert seine erste urkundliche Erwähnung vor 850 Jahren

Staufen (fr).
Mit bunterm historischem Treiben in seine lange Geschichte eingetaucht ist am vergangenen Wochenende der Syrgensteiner Ortsteil Staufen, der sein 850-jähriges Ortsjubiläum mit unzuähligen Besuchern aus nach und fern feiert.

Die 800-Seelengemeinde direkt an der Landesgrenze hatte sich für die Festtage nicht nur freundlich herausgeputzt, sondern auch historisch eingerichtet. Ein historischer Handwerkermarkt in der Dorfmitte schuf das passende mittelalterlich Flair. Hinzu kamen in Anwesen in der Bauerngasse, der Zwergbachstraße und am Klingenplatz diverse Lager, die von historisch gewandeten Staufenern und Gästen bevölkert wurden. Besondere Akzente setzten dabei die Armati Equites, die gewappneten Reiter, sowie der Historische Bürberverein Gundelfingen, der am Samstagnachmittag bei strahlendem Sonnenschein und sommerliche Hitze mit Wagen, Herzogskutsche, Ross und Reitern in einem Tross von der Brenz zum Zwergbachursprung nach Staufen kam. Empfangen wurden der Tross am Ortsrand von Staufen von Bürgermeistergattin Elisabeth Steiner mit Tochter Simone hoch zu Ross un einem Ritter der Armati Equites. Willkommen geheißen wurden die Gundelfinger im Zuschauergedränge am Klingenplatz von Bürgermeister Bernd Steiner und Festpräsident Karl-Josef Stutzmiller. Zur Begrüßung gab es für die nach dem langen Marsch durstige Truppe zwei Fässer Bier.

Herzog Ludwig der Reiche von Bayern, der bei den Gundelfingern im Mittelpunkt der Historienpflege steht, hielt dann am Samstagabend in seinem Herzogslager Hof und erinnerte damit an einen geschichtlichen Berührungspunkt. Die Staufener dürften es anno 1642 sicherlich mitbekommen haben, als Herzog Ludwig nicht weit entfernt im sogenannten Reichskrieg in der Schlacht bei Giengen mit dem Markgrafen Achilles von Ansbach die Waffen kreuzte und gewann.

Festgelage im Fackelschein

Für die Unterstützung dabei wurden die Gundelfinger reich belohnt, was seinerzeit bestimmt ausgiebig gefeiert wurde. Tanz, Musik und Festgelage im Fackelschein, das stand jetzt auch in Staufen an. Gaukler und Spielleute, einfaches Volk und Edelleute, Ritter und Knappen, Kramer und Handwerker, sie alle sorgten dafür, dass die vielen Festbesucher in längst vergangene Zeiten zurückversetzt wurden. Höfisches Gepränge lieferte die Tanzgruppe des Historischen Bürgervereins Gundelfingen, der von der Gundelgaukelei aufgespielt wurde. Zu Rittern geschlagen wurden bei der nächtlichen herzoglichen Tafelrunde die verdienten Staufener Bürger August Stutzmiller, Franz Hummel, Gerhard Erasin, Karl-Josef Stutzmiller sowie Bürgermeister Bernd Steiner. Ein deftiges musikalisches Stück Mittelalter gab es bereits am Freitagabend, als beim Weidabaur die Gruppe "Geyers" konzertierte. Die Theatergruppe der Eintracht Staufen blickte am Klingenplatz mit Thaddäus Trolls "Entaklemmer" auf gut Schwäbisch ins letzte Jahrhundert zurück. Höhepunkte neben der Nacht der Gaukler am Samstagabend war dann gestern Nachmittag der große Historische Umzug mit rund 40 Gruppen, Wagen und Pferden, wobei die Gundelfinger allein mit rund hundert Aktiven dabei waren. Mit von der Partie natürlich Staufens Historische, aber auch historische Gäste aus Landshausen.

Aus der Nachbarschaft waren zahlreiche Vereine beteiligte, darunter Trachtler, Feuerwehren und Oldtimer-Automobile. Mehrere tausend Zuschauer, unter ihnen auch der Schirmherr Landrat Dr. Anton Dietrich verfolgten das bunte Spektakel, bei dem sechs Musikkapellen und Spielmannszüge für den Passenden musikalischen Rahmen sorgten. Der Landkreischef war voll des Lobes : "Ein wunderschöner, farbiger Zug". Anschließend wurde in der historischen Kulisse des Dorfes weitergefeiert, ehe am späten Abend der große Zapfenstreich, gestaltet vom Musikverein Staufen und dem Historischen Spielmannszug "Lauinger Moor" sowie ein Brillantfeuerwerk den imposanten Schlusspunkt für die gelungenen Festtage bildeten.

Quelle: 
DZ-Bericht
Erscheinungsdatum: 
5. Juni 1999