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Staufen: 850-Jahrfeier in Staufen mit historisch gefärbten Darbietungen

Mit buntem historischem Treiben in seine Geschichte eingetaucht ist vergangenes Wochenende der Ort Staufen, der sein 850-Jahrfeier mit ungezählten Besuchern beging...

In die Geschichte des Ortes eingetaucht

Staufen (fr). Mit buntem historischem Treiben in seine Geschichte eingetaucht ist vergangenes Wochenende der Ort Staufen, der sein 850-Jahrfeier mit ungezählten Besuchern beging.

Die 800-Seelen-Gemeinde hatte sich für die Festtage nicht nur herausgeputzt, sondern auch historisch eingerichtet. Ein historischer Handwerkermarkt in der Dorfmitte schuf mittelalterliches Flair. Hinzu kamen diverse Lager, die von historisch gewandeten Staufenern und Gästen bevölkert wurden. Besondere Akzente setzten die Armati Equites, die gewappneten Reiter, sowie der Historische Bürgerverein Gundelfingen, der am Samstag mit Wagen, Herzogskutsche, Ross und Reiter in einem Tross von der Brenz zum Zwergbachursprung kam.

"Herzog Ludwig der Reiche von Bayern", der bei den Gundelfingern im Mittelpunkt der Historienpflege steht, hielt in seinem Herzogslager Hof und erinnerte damit an einen geschichtlichen Berührungspunkt. Die Staufener dürften es anno 1642 sicherlich mitbekommen haben, als Herzog Ludwig nicht weit entfernt im sogenannten Reichskrieg in der Schlacht bei Giengen mit dem Marktgrafen Achilles von Ansbach die Waffen kreuzte und gewann.

Für die Unterstützung wurden die Gundelfinger reich belohnt, was seinerzeit bestimmt ausgiebig gefeiert wurde. Tanz, Musik und Festgelage im Fackelschein, das stand jetzt auch in Staufen an. Gaukler und Spielleute, einfaches Volk und Edelleute, Ritter und Knappen, Krämer und Handwerker, sie alle sorgten dafür, dass die Besucher in längst vergangene Zeiten zurückversetzt wurden. Höfisches Gepränge lieferte die Tanzgruppe des Historischen Bürgervereins Gundelfingen, der von der Gundelgaukelei aufgespielt wurde. "Zu Rittern geschlagen" wurden bei der nächtlichen Tafelrunde die verdienten Staufener Bürger August Stutzmiller, Franz Hummel, Gerhard Erasin, Karl- Josef Stutzmiller sowie Bürgermeister Bernd Steiner.

Ein deftiges Musikalisches Stück Mittelalter gab es bereits am Freitag, als die Gruppe "Geyers" konzertierte. Die Theatergruppe der Eintracht Staufen blickte mit Thaddäus Trolls "Entaklemmer" auf gut Schwäbisch ins vergangene Jahrhundert zurück. Höhepunkte neben der Nacht der Gaukler am Samstag und Sonntag war der große historische Umzug mit rund 40 Gruppen, Wagen und Pferden, wobei die Gundelfinger allein mit rund 100 Aktiven dabei waren. Mit von der Partie waren Staufens Historische, aber auch Gäste aus Landshausen.

Aus der Nachbarschaft waren zahlreiche Vereine beteiligt, darunter Trachtler, Feuerwehren und Oldtimer-Automobile. Mehrere 1000 Zuschauer verfolgten das bunte Spektakel, bei dem sechs Musikkapellen und Spielmannszüge für den passenden musikalischen Rahmen sorgten. Anschließend wurde in der historischen Kulisse des Dorfes in den verschiedenen Lagern und Schänken weitergefeiert, ehe der Große Zapfenstreich, gestaltet vom Musikverein Staufen und dem Historischen Spielmannszug "Lauinger Moor" sowie ein Brillantfeuerwerk den Schlusspunkt für die gelungenen Festtage bildeten.

Quelle: 
Heidenheimer Zeitung
Erscheinungsdatum: 
6. Juni 2000