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Mitgliederbereich

Roggenburg: "Armati Equites" begeistern beim Ritterturnier in Roggenburg

Mittelalter, ins rechte Licht gesetzt: Für die Zweiauflage ihres vielumjubelten Ritterturniers scharten die Mitglieder von Armati Equites viele Gleichgesinnte um sich: Sie alle teilen die Faszination an Geschichtlichem und die Lust, in eine andere Zeit, in eine andere Rolle ...
"Handgeklapper" begleitet die Akteure bei ihrem Einzug auf dem Turnierplatz im Klosterhof

Mittelalter, ins rechte Licht gesetzt: Für die Zweiauflage ihres vielumjubelten Ritterturniers scharten die Mitglieder von Armati Equites viele Gleichgesinnte um sich: Sie alle teilen die Faszination an Geschichtlichem und die Lust, in eine andere Zeit, in eine andere Rolle zu schlüpfen. Zum bunten Treiben um den Turnierplatz gehören wie schon zu früheren Zeiten allerlei "Volk", schräge Gestalten, Gaukler und sogar Wegelagerer. Es werden ausnahmslos nach historischen Vorlagen nachgebildete Gewänder, Alltagsgegenstände und Waffen verwendet. Der stimmungsvolle Einmarsch der Aktiven mit Musik und Fackeln wird begleitet von "Handgeklapper" der vielen Zuschauer.

Zünftiges Mittelalter mit Zehr und Zeltlager - Mehr als 5000 Zuschauer bestaunen Ritter-Spektakel

Roggenburg (sgl).

"Welch feines Turnay!" Wie in früheren Zeiten findet allerlei "Volk" Gefallen am ritterlichen Schlagabtausch, den die tollkühnen Recken von Armati Equites (Die gewappneten Reiter) in der Arena vortrefflich zu führen wissen. Auf den Zeitsprung ins Mittelalter folgte den Rittern samt Gefolge, Hunderten von Gewandeten, Spielleuten und Mitgliedern diverser Zünfte mehr als 5000 Zuschauer.

Wisset! Nicht Ritter spielen - Ritter sein lautet die Parole auf dem in mittelalterliche Atmosphäre getauchten Platz vor dem Roggenburger Kloster. Der Weg zum edlen Recken ist ein langer. Wie aus dem Heerlager zu erfahren war, darf ein junger Bursche erst im Alter von sieben Jahren in das Gefolge eintreten, sich vom Pagen zum Knappen (ab 14 Jahren) hocharbeiten, um dann einem so wackeren Kämpen wie Friedrich Graf von Stotzingen zu dienen. Dies mag sich in diesem Fall wohl lohnen, entscheid der edle Herr auf seinem kühnen Roß in beiden Nachtturnieren den Sieg nach Hause. "Was für ein Spectaculum!", wenn bei erfolgreichem Abschluß der zahlreichen Exerzitien nicht nur die Zahl der Occuli, sondern das ehrenhafte Ansehen des tollkühnen Streiters wächst und nach dem Feuerritt der Sieger des "Turnays" ausgerufen wird.

Donnergrollen am Freitagabend unterstrich das imposante Szenariurn mit Feldlager, mittelalterlichen Buden der Handwerker und Marktleute, Gauklern, Feuerspucker, Narren und Puppenspielern. Vor gewitterdunklem Himmel am ersten Turnierabend tauchten bereits mehr als 1500 Besucher in das mittelalterliche Flair, das - nach dem grandiosen Erfolg des Vorjahres - wieder vor der Kulisse des Roggenburger Klosters geschaffen wurde.

Scharfe Klingen

Höret und Sehet! Daß auch Worte manchmal schärfer sein können als manche kühn geführte Klinge, davon konnte sich auch an beiden folgenden Turniertagen - allein der Samstagabend konnte rund 3000 Besucher verzeichnen - "allerlei Volk" überzeugen. Hohe Gäste empfing der Veranstalter mit den Damen der Zunft von Fraumünster, einer mittelalterlichen Gruppe aus Zürich, die ihrerseits die Armati Equites und Gefolge zu ihrem ersten mittelalterlichen Markt in der Züricher Innenstadt begrüßen durfte.
Merket! Auch nächstes Jahr wollen die Aktiven von Armati Equites wieder ein so tolles Spectaculum ausrichten - die Platzfrage allerdings wird sich angesichts der geplanten Bauvorhaben zum Bildungszentrum für Familie, Umwelt und Kultur noch klären müssen. Als mögliche Alternative, so eine Idee im Ritterlager, würde sich die dem Kloster nahe Weichselschlucht anbieten. Doch dabei habe die hohe Geistlichkeit im Kloster zu entscheiden.

Quelle: 
Neu-Ulmer Zeitung
Erscheinungsdatum: 
31. Mai 1999