Zufällige Fotos

Fotos vom Ritterturnier Buch 2010 - Freitag - Thorsten Müller
Falknerey beim Ritterturnier in Buch
Pfingstturnier Waldreichenbach 2007
Fotos vom Ritterturnier Buch 2010 - Montag - Thorsten Müller
Waldreichenbach 2009 - Sonntag - Ritterturnier Teil 1
Montag 13. Juni 2011 - Ritterturnier 2011 Foto von Jürgen Koch
Fotos vom Ritterturnier Buch 2010
Waldreichenbach 2009 - Samstag 30.05
Waldreichenbach 2009 - Samstag - Markt & Lager

Mitgliederbereich

Pfuhl: Der Minnesänger besänftigt die Hitzköpfe

Und es ging doch gemächlich zu in der guten alten Zeit. Wer's bis dahin nicht geglaubt hatte, mußte sich am Wochenende am Pfuhler Trissinoplatz eines besseren belehren lassen. Das Mittelalter war für ein paar Stunden zurückgekehrt ins Dorf und mit ihm die ganze ...
Mittelalter lebte in Pfuhl

Neu-Ulm/Pfuhl (grr).
Und es ging doch gemächlich zu in der guten alten Zeit. Wer's bis dahin nicht geglaubt hatte, mußte sich am Wochenende am Pfuhler Trissinoplatz eines besseren belehren lassen. Das Mittelalter war für ein paar Stunden zurückgekehrt ins Dorf und mit ihm die ganze Beschaulichkeit, die den modernen Zeitabläufen abhanden gekommen scheint.

Hungrige, die zur Mittags- oder Abendzeit sich was Gutes tun wollten, mußten mit Geduld Wartezeiten in Kauf nehmen. Die zunftgemäße Zubereitung von "Dinkelkorn mit Gemüse und Fleysch" um fünf Silberlinge oder der "Zunftspyhe vom Swyn im Fladenbrot" für vier Silberlinge braucht eben ihre zeit.

Und mit dem winzigen hölzernen Gäbelchen mit nur drei Zinken zügig sein Mahl einzunehmen, war auch nicht jedermanns Sache. Da ging vieles daneben und blieb auch mancher Speiserest zurück im Weißkohlblatt. Der Mensch brauchte schon seine Zeit früher, um satt zu werden. In Pfuhl, wohin die Handwerker und Kramerzunft gerufen hatte, konnte es jeder hautnah selbst erleben.

Natürlich war unter den mittelalterlichen Gesellen, die teils weit droben von der Alb herabgezogen waren nach Pfuhl hinein, auch mancher Hitzkopf immer aufs neue, wurde zum Schwert gegriffen, hieben Rittersleut ein- und beidhändig die Klingen aufeinander. Doch obschon auch mal nach dem im Ordenskittel wandelnden Priester gerufen wurde, verlor keiner der Kontrahenten Geld oder Leben. Zur Versöhnung trat von Zeit zu Zeit der Minnesänger hinzu, sang den Zuschauern, vor allem aber seiner Herzliebsten ein mittelalterliches Ständchen.

Markttag war auch am Trissinoplatz. Bunte Steinchen und Trinkhörner waren im Angebot. Kaninchen mümmelten vor sich hin. Pferde stampften. Der Pfuhler Schafhirt war da und mancherlei Hofgesindel aus dem alten Dorf.

Quelle: 
Neu-Ulmer Zeitung
Erscheinungsdatum: 
24. Februar 1998