Ritter Alexander von Roßstein

Geschichte
„Mein Ursprung liegt in den Tiefen der Wäldern im Osten Bayerns, auf der Burg Roßstein. Geboren als Sohn des jüngeren Bruders des Burgherren, diente ich den Herren der Burg von Klein auf. Ich war Stallbursche, war Knecht, Schmied und bei Besuch auch Page. Mein Vater war stolz auf mich, doch dem Herrn war ich insgeheim ein Dorn im Auge – denn meine Mutter war die Tochter des Schmieds, und die Vermählung mit einer „Niederen“ ließ in ihm die Galle schwären. Als Vater und Mutter in schlimmem Winter krank wurden, versprach er ihnen dennoch auf dem Sterbebett, mich an Kindes statt anzunehmen, auf dass ich Ritter würde auf dem Rossstein – denn er hatte keinen Erben. Er sprach „Wenn Alexander einst zum Mann und tüchtigen Ritter geworden, so sei ihm auch der Rosstein, so wahr mir Gott helfe.“ So ward er mein Vormund, als meine Eltern schieden. Viele Jahre diente ich als Knappe, und sie waren nicht leicht. Streitbar war mein Herr, und verdarb viel mit den Herren aus Regensburg. Oft gab es Streit um den Wegezoll mit den reisenden Händlern, oft Scharmützel mit den Mannen von Regensburg oder dem Pfalzgrafen Ruprecht, bis sogar der Roßstein ward nach schwerem Kampf geschliffen und die Burg musst werden neu erbauet. All die Zeit stand ich treu zu ihm, und schützte sein Leben, sein Gut und all die Seinen.

Doch an einem weinselig Abend, nach langem Feste zum erneuten Richtfeste der Burg, rief er mich an die Tafel. Einen Bastard schalt er mich vor den Leuten, einen Auswuchs, Zeichen der Schande für sein Geschlecht und für die Unzucht meiner Mutter. Ich hatte weiß Gott viel geduldet, ohne Klagen, doch mochte ich mir die Eltern nicht schmähen lassen. Ich erinnerte ihn, was all die Jahre sie, was ich für ihn getan, und dass sein Bruder glücklich war; es scherte ihn nicht. Im Gegenteil, er lachte über mich und sprach, man hätte mich wohl ersäufen sollen, wie einen krüppligen Hund in einem Bastard-Wurf. Ich fragte ihn noch ein letztes Mal, was er an mir tadeln könne. Und wenn er Tadel hätte, warum er mich als Knappe genommen und zum Ritter machen wolle – da wurde finster sein Gesicht, und böse sein Lachen. „Du glaubst tatsächlich, du könntest Burgherr sein? Ein räudig Hund bist du, und wirst du bleiben. Eine Schande schon, daß du den Namen Roßstein trägst! Wenn ich dich nicht mehr brauche, dann jag ich dich von dannen mit dem Stocke, wie es dir geziemt! Erinnerst du dich an das Versprechen, deinen Eltern gegeben? Wenn du ein Ritter wärst, ja, dann bände mich mein Wort – doch hast du als Ritter nichts verloren, den Ritterschlag wirst du von mir nicht sehen. Und so bleibt die Feste Roßstein wie sie ist, kein Bastard wird sie haben, lieber möge eine andere Fahne auf ihr wehen! Auch wenn Gott mir keinen Erben bescheiden will, so nähm ich sie lieber mit ins Grab, als sie einem wie dir zu schenken!“

Erschüttert und wütend wandte ich mich ab, mit kochendem Blute. Ich wusste, würd ich ihn gleich an dieser Stelle richten, mein Leben wäre verwirkt, zu viele Bewaffnete standen im Saale. So schloß ich den Groll ein in mein Herz, und ertrug den Spott. Des nächtens packte ich mein Säckel, und verließ ungesehen die Burg, ich konnt nicht länger bleiben. Ich irrte entlang der Donau gen Westen ohne Ziel und Sinn, denn in Regensburg hatte ich noch weniger zu erwarten als im Frankenlande oder den östlichen Marken. Gottlob war ich weder dumm, noch ungeschickt, und verdiente mein Brot mit mancherlei Dingen. Mal war ich Hufschmied, malSchreiberling, mal focht ich zum Spektakulum – mir war’s gleich. Mürrisch ward ich geworden, nimmer vermochten meine Lippen ein Lächeln zu finden, bis mich eine glücklich Schicksalsfügung zu Ritter Christian vom Mahrenhain führte, der mich ob meiner Fähigkeiten gütig zu seinem Knappen nahm, und durch dessen Hand ich den Ritterschlag empfing, der mir so lange verweigert geblieben. Nun gehe ich wieder meiner Wege, und suche mir genug an Gold im Säckel und Waffenbrüder an meiner Seite zu erringen, um dereinst gen Roßstein zu ziehen, um mein Erbe zu fordern…“

Wappen
Von Silber auf Schwarz 5:6 gezinnt geteilt, Silber belegt mit einem rechtsgewandtem Rappenkopf, auf Schwarz ein silbernes Kreuz. Als Helmzier ein dreispitzig ausgezogenes Schirmbrett in Silber, auf ihm drei schwarze Hämmer aus einem gemeinsamen Griffring wachsend, darunter eine schwarz-weiße Helmdecke mit ebensolchem Wulst.